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Franziskus und die Roggenmuhme

Sommerliche Zeit der Ähre,
da sie deren Garbe band.
Sie fühlte im Mittag die Schwere
über hitzigem Land.

Da trat zu den Tieren der Nähe
ein Fremder  –  sie kannte ihn nicht  –
es lauschten ihm Hase und Krähe,
er sprach wie zum letzten Gericht

von  friedvoll freundlichen Zeiten
der Eintracht von Menschen und Tier,
wenn sich die Tore weiten,
gemeinsamer Himmel Revier.

Die Ähren, sie gingen in Wogen,
Wassermusik die Stille durchdrang.
Und wundersam durchzogen
ward die Stunde von Sphärengesang.

Und wie er gekommen, verschwand er,
nur die Sonne hing glühend im Baum.
Sie spürte voll Trauer, kein Pfand
mehr blieb,
da er gegangen, nur Traum.

Karin Breiter