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Wunder der Weihnacht

Wenn im Dezember graue Nebel wallen
Und tief verschneit die müde Erde liegt,
Dann  geh’ ich einsam durch die
Weiten Hallen
Zum Stuhl der Mutter,
Die ihr Kindlein wiegt.

Schon hör’  ein Lied ich
Von den Lippen klingen.
Ein Lied aus einer andren Welt:
Zum Himmel wird es sich erschwingen,
Dies’ Lied, das tief ins Herz mir fällt.

Danach, nur noch in sel’gem Schweigen
Blickt sie auf ihr geliebtes Kind.
Ich fühle, wie sich Engel zu ihr neigen,
Engel, die dazu auserkoren sind.

Nun lächelt sie ihm zu, in einer Weise,
Wie keine and’re lächelt, süß und mild.
Und plötzlich ist es mir, als spräche leise
Die Weihnacht hier aus diesem Bild.

Karin Breiter