Die Frau

eine ganz alte Frage
rahmt der Spiegel ein
was zeigt sie an
die Uhr der Jahre
wie steht es mit der Schönheit
im Stundenschlag des Tages
in den Spiegel blickt die Frau
voller Ungeduld
er gibt das Bild nicht zurück
das sich in ihrer Seele
beharrlich an junge Jahre hält
undankbar nimmt die Frau
ihr Antlitz wahr
in ihrem Leben aber
so viele Erinnerungen
nun aber kein Gedenken des Herzens
kein beglückendes Erinnern des Blutes
die Frau
ist geschmiedet an eine Kette
die sie verbindet
mit der weltumspannenden
Schwester
der tausenderlei Gesichter.

Gerhard Franke